Ashley Hribar plays Dr. Caligari

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Über das Special Project.

„Das Cabinet des Dr. Caligari“ (Robert Wiene, 1920) feiert als einer der einflussreichsten Filme des deutschen Expressionismus 2020 seinen 100sten Geburtstag. Der australische Ausnahmepianist und Komponist Ashley Hribar nimmt dieses Ereignis zum Anlass, diesem weltberühmten Klassiker der Filmgeschichte in der für ihn typisch kreativ-virtuosen Art und Weise neues Leben einzuhauchen. Hribar spielt dabei auf einem Klavier (innen und außen!), einem MIDI-Keyboard, einem Sampler, einer analogen Moog DFAM-Drum-Machine, Glocken, Egg Shaker und sogar einer Klobürste! Hribar zu erleben ist in der Tat ein Spektakel für sich.

Der Film erzählt die Geschichte des Exzentrikers Dr. Caligari, der mithilfe eines Somnambulen namens Cesare die kleine norddeutsche Stadt Holstenwall in Angst und Schrecken versetzt. Cesare sagt auf dem Jahrmarkt dem Publikum die Zukunft voraus und prophezeit Alan, einem jungen Mann, dass er bald sterben müsse. In der folgenden Nacht wird Alan ermordet. Sein Freund Francis verdächtigt Dr. Caligari, hinter dem Mord zu stecken. Doch nichts ist, wie es scheint in dieser Welt. Wer also steckt hinter den mysteriösen Verbrechen? Alleine das Publikum entscheidet am Ende.

Hribar erlebt den Film an seinen Instrumenten buchstäblich mit und verleiht ihm so eine Art Realismus, der die Geschichte des Dr. Caligari noch unterhaltsamer, beängstigender und schauriger macht. Die Musik wird teilweise improvisiert und entsteht durch eine intime und reaktionsschnelle Auseinandersetzung mit dem Film, bei der die Handlung, die Stimmung und die Ästhetik auf der Leinwand von der sich immer weiter entwickelnden Form der Partitur bestimmt werden. Hribar vereint eine Vielzahl stilistischer Einflüsse aus der Virtuosität der klassischen Tradition heraus, gepaart mit Ausflügen in den Jazz und Anleihen an eher unkonventionelle zeitgenössische Techniken.

Das Ergebnis ist eine farbenfrohe Klanglandschaft mit tiefer musikalischer Symbolik, die das Publikum in die dunklen Tiefen dieser seltsamen, wunderbar-verstörenden Geschichte entführt.

 

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Biographie – Über das Special Project.

Solist/-in

Ashley Hribar, Klavier

Ashley Hribar © Yoshi Toscani

Als „brillanter Pianist und Ausnahmekünstler“ (Heilbronner Stimme) gefeiert, hat der aus Australien stammende Pianist-Komponist Ashley Hribar einen Ruf als außerordentlich vielseitiger Musiker erworben, der multimediale und interdisziplinäre Kunstformen wie auch eine große Bandbreite traditioneller Musikstile in sein Schaffen inkludiert. Ausgestattet mit einem ausgeprägten Interesse für zeitgenössische Ästhetiken kuratierte Ashley zahlreiche musikalische Projekte. Zu seinen Produktionen gehören unter anderem: Klang und Farbe in den Klaviersonaten Skrjabins – eine multimediale Aufführung mit Projektionen australischer Opale (Europatour 2017); Intangible Landscapes – eine Fusion von Klavier, analogem Drumcomputer und Didgeridoo; Magic Hands – ein Multimedia-Konzert an zwei Flügeln (mit regelmäßigen Tourneen durch China seit 2014); Anatolia – Bearbeitungen türkischer traditioneller Lieder mit der Sopranistin Ayse Göknur Shanal; Cyclone – ein Techno-Klavierkonzert von DJ Stephen Gibbs und Aufführungen von Olivier Messiaens Klavierzyklus Vingt Regards sur l’enfant-Jésus in den Niederlanden und Deutschland (live übertragen für OpenWebcast.nl). 

Ashleys Kompositionen sind polystilistische Collagen, in denen vielfach erweiterte instrumentale Spieltechniken, Stimme und Elektronik Anwendung finden. Zu seinen wichtigen Auftragswerken gehören: Wodunga (2019) für Klavier, Didgeridoo und Moog DFAM in Zusammenarbeit mit William Barton, A Night in the Outback (2018) für Klavier und Didgeridoo sowie Paganini Variations (2012) und ‚ash‘ Fantasie (2011) für Klavier solo. Seine Cadenza for George Gershwin’s Rhapsody in Blue (2010) wurde weltweit von verschiedenen Pianist*innen aufgeführt. In Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Bettina Lamprecht komponierte und interpretierte Ashley die Musik für das Theaterprojekt Betty rettet die Volksbühne (2017, Volksbühne Berlin). Ashleys besonderes Interesse gilt der Vertonung von Stummfilmen, wobei er seine Kompositionen zu Filmklassikern wie Sherlock Jr. (1924), Hamlet (1921), Richard III (1911), Das Cabinet des Dr. Caligari (1920), Faust (1926) und Sonnenaufgang – Lied von zwei Menschen (1927) häufig selbst interpretiert. Aufträge zur Komposition von Filmmusiken erhielt er dabei von Silents Now (Richard III und Hamlet), der Tallis Foundation (Das Cabinet des Dr. Caligari) und Silent Remasters (Faust).     

2005 gewann Ashley den 1. Preis des Internationalen Gaudeamus-Wettbewerbs in Amsterdam und war 2008 Rezipient des Michael Kieran Harvey-Stipendiums. Er konzertiert auf Tourneen in Europa, Australien und China sowie auf wichtigen Festivals  (Gaudeamus-Woche, Ultima Festival, Beethovenfest, Schwetzinger Festspiele, Mersin International Music Festival, Koper Biennale, En Blanc Et Noir Festival) und in Konzerthallen (Sydney Opera House, Melbourne Recital Centre, Adrienne Arsht Center Miami, Bunka Kaikan Theater Tokyo und Ballhaus Naunynstraße Berlin). Als Solist spielte er u. a. mit der Radiophilharmonie Amsterdam und dem Szolnok Symphony Orchestra.

Ashley spielte für Live-Sendungen bei ABC Classic FM und nahm CDs für den Bayerischen Rundfunk, den MDR, den ORF sowie die Alben Piano Rhapsody (2012 bei Auster Records), Echohaus (Dekorder), Alpenglühen (Col Legno) und die 2017 für die South Australian Arts Awards nominierte CD The Wizard Tone Records Improvisation Series I auf. Seine beiden jüngsten Einspielungen sind 2019 erschienen:  Faust: A Mortal's Tale mit speziell für Klavier bearbeiteten Werken von Georgy Catoire, Sergei Rachmaninow und Franz Liszt bis zu Led Zeppelin und Sleeping Orchards, ein neoklassisches Album im Duo „Two Deep Breaths“ mit dem Cellisten Richard Vaudrey. Für beide Aufnahmen spielte Ashley den „Big Beleura“ des australischen Klavierbauers Stuart & Sons, der als erster Flügel überhaupt einen Umfang von 9 Oktaven (108 Tasten) nutzt.

SAISON 2019/2020

 

 

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