05.02.2020

Peter Serkin – Ein persönlicher Nachruf von Cornelia Schmid

Ich kannte Peter Serkin seit meinen Tagen als Guide in Tanglewood Ende der 70-er Jahre, jeder kannte ihn auf dem Campus! Damals wohl noch in der Protestphase in der er mit dem für ihn schweren Erbe der übermächtigen Musikerdynastie der Buschs und seines Vaters Rudolf Serkin rang, öffnete er mir die Ohren für neue Klangwelten: Musik von Stefan Wolpe, Peter Lieberson und Toru Takemitsu.

Viele Jahre später, ab 1992, fingen wir an für Peter zu arbeiten. Einfach war es für ihn nie. Ich glaube, dass er die äußeren Umstände des Lebens als Konzertpianist eigentlich nicht mochte: die Reisen und Hotels, weit weg von zu Hause und der Familie zu sein. Aber seine Konzerte waren immer unglaublich intensive Erlebnisse: unvergesslich sein Bach, seine Interpretationen der Beethoven Sonaten, das Schönberg Klavierkonzert, das er unter anderem mit den Berliner Philharmonikern und Seiji Ozawa zur Aufführung brachte.

Peter Serkin war ein außergewöhnlicher Musiker, der wenige Kompromisse einging. Er spielte die Werke, denen er sich zutiefst verbunden fühlte und das war immer zu spüren. Er war ein ausgesprochen sensibler Musiker und Mensch und dabei stets von großer Liebenswürdigkeit und Bescheidenheit. Sicherlich war das auch der Grund warum er so gerne unterrichtete und Musik mit anderen teilte.

Er wird der Musikwelt und mir persönlich fehlen.