17.11.2021

NACHT und TRÄUME – Ein Debüt-Programm für Genuss und Lebensfreude

Alfred Schnittke war ein Meister darin, Musik in unterschiedlichsten Stilen zu entfalten. Ein Faible hatte er für Werke des deutschen Barocks und der Klassik, andererseits hat er viel Filmmusik komponiert. Wie wunderbar beides zusammengeht, das lässt diese „Suite im alten Stil“ hören – entstanden für Filme, dann für Violine und Klavier eingerichtet, bringt die Kammerorchesterfassung von Wladimir Spiwakow den ganzen Zauber dieser Musik zur Geltung. Wenn diese Klänge das Gehör erfreuen, glaubt man an einen Zeitsprung, denn komponiert wurde das 1972!
Ein Meister, doch einer der Orchesterfarben, ist auch der Kanadier Claude Vivier. Sein Klagegesang über die Einsamkeit zeichnet ein Bild des eigenen Lebens: eine orchestral aufgefächerte Melodie, über der ein leuchtender Sopran seine Bahnen zieht.
Um diesen so unterschiedlichen wie interessanten Werken im zweiten Teil des Programms die Krone aufzusetzen, dirigiert die erfolgreiche junge Dirigentin Nodoka Okisawa die „Sinfonietta“ von Francis Poulenc. Ein Meister-Stück in Sachen Leichtigkeit und Glanz, vom Komponisten ganz darauf ausgerichtet, Vergnügen zu bereiten, spontanes Entzücken hervorzurufen. Man denke nicht an schwerblütige deutsche Symphonik – hier geht es um Genuss und Lebensfreude! 

Text:Münchner Symphoniker