Bach Dialogues | ensemble reflektor, Johanna Summer, Kit Armstrong

Über das Projekt:
Bach Dialogues verbindet die Musik von Johann Sebastian Bach mit Improvisation und zeitgenössischen Perspektiven und lässt sich dabei von Johanna Summers künstlerischem Projekt Dialoge inspirieren, das den Dialog zwischen klassischem Repertoire und spontaner Kreation untersucht. Werke von Bach, darunter das Doppelkonzert BWV 1060, werden mit Musik von Ludwig van Beethoven und Caroline Shaw sowie improvisierten Zwischenspielen und einem Duo der beiden Solisten verwoben. Bach Dialogues schafft einen lebendigen Austausch zwischen Komposition und Improvisation, Vergangenheit und Gegenwart.
Johann
Sebastian Bach: BWV 127, I. Chor (bearb. für Str.)
Johann
Sebastiab Bach: BWV 150, Sinfonia (bearb. für Str.)
Ludwig van
Beethoven: Klavierkonzert Nr. 1, 3. Satz (bearb. für Streicher) mit Johanna
Summer
Caroline Shaw:
Plan & Elevation The Orangery + The Beech Tree
Johann Sebastian Bach: BWV 1056 mit Kit Armstrong
Johann
Sebastian Bach: Doppelkonzert BWV 1060 mit Johanna Summer und Kit Armstrong
Johann
Sebastian Bach: BWV 150, Ciaccona
Mit
Improvisationen von Kit Armstrong und Johanna Summer
Das norddeutsche Kammerorchester ensemble reflektor sieht sich als Botschafter einer Musikkultur ohne Grenzen. Die Musiker*innen von ensemble reflektor entwickeln gemeinsam Konzertprogramme, in denen sich unterschiedliche Werke jenseits ihrer Genres miteinander verbinden. Ob in Clubs oder Industriehallen, als Orchester oder in Kammermusikbesetzung – die befreundeten Musiker*innen schaffen mit ihren kreativen Formaten immer wieder eine besondere Nähe zum Publikum und ermöglichen einen neuen Zugang zur Musik.
2019 gründete ensemble reflektor in Lüneburg sein eigenes Festival: ultraBACH. Hier holt das Ensemble Bach mit Interdisziplinarität, Hausmusik und Auftragswerken ins 21. Jahrhundert und bindet die Lüneburger Stadtgemeinschaft in die Konzerte mit ein. Im Herbst 2023 fand ultraBACH mit großem Publikumserfolg zum dritten Mal statt. Zu jedem seiner Programme gestaltet ensemble reflektor Musikvermittlungs-Workshops. Zwei Partnerschaften verbinden das Ensemble mit Schulen aus Lüneburg und Hamburg, die eine intensive und regelmäßige Zusammenarbeit im Schulalltag ermöglichen.
Seit 2022 arbeitet ensemble reflektor im Rahmen einer strategischen Kooperation eng mit dem innovativen PODIUM Esslingen zusammen. Darüber hinaus wurde das Orchester bereits ins Konzerthaus Berlin, die Elbphilharmonie, die Alte Oper Frankfurt und das ZKM Karlsruhe eingeladen, sowie zu den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Schleswig-Holstein Musikfestival und den Ludwigsburger Schlossfestspielen.
Das Kammerorchester wurde für sein gesellschaftliches Engagement mit dem Max-Brauer-Preis der Alfred Toepfer Stiftung ausgezeichnet und erhielt als erstes Orchester überhaupt den NORDMETALL-Ensemblepreis der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, die Hansestadt Lüneburg verlieh ensemble reflektor 2021 außerdem den Kunstpreis Musik und Theater. In 2024 zeichnete die Gunter und Juliane Ribke Stiftung das Ensemble für seine Pionierarbeit im Bereich der Musikvermittlung aus.
Nach der Debüt-CD „Gewaltakt“ folgte mit „Liebeslied“ 2020 das zweite Album des Ensembles. Außerdem erschienen Alben mit dem Jazz-Ensemble HOLON Trio und ARD-Preisträger Mathis Stier. 2024 folgte die Veröffentlichung von LAUTER! mit Werken der Komponistinnen Ethel Smyth, Ying Wang und inti figgisvizueta.
Mehr über ensemble reflektor:
Johanna wuchs im sächsischen Plauen auf und begann dort im Alter von 7 Jahren zunächst mit klassischem Klavierunterricht. Auf der Suche nach einer Musik, die aus dem Moment heraus entsteht und spontan mit Anderen gespielt werden kann, fand sie zum Jazz. Kurz vor dem Abitur beschloss sie, sich ganz auf diese Musik zu konzentrieren.
Sie absolvierte ein Bachelorstudium an der Hochschule in Dresden. Hier kam sie in einem Kurs der Free-Jazz-Legende Günter Baby Sommer mit freier Improvisation in Berührung. Fasziniert von der Unmittelbarkeit dieser Musik begann sie Solokonzerte zu geben – zunächst ausgehend vom Kanon des »Great American Songbook«, jedoch immer mit einer offenen und flexiblen Spielhaltung und ohne zurechtgelegte Setlist. Nach und nach wandte sie sich immer mehr ihren musikalischen Wurzeln zu und suchte nach Wegen, klassische Musik in einen improvisatorischen Kontext zu setzen. Ihr erstes Programm »Schumann Kaleidoskop« befasste sich mit Kompositionen von Robert Schumann und wurde 2021 für den Deutschen Jazzpreis nominiert.
Johanna war Mitglied im Bundesjazzorchester (Bujazzo) und ist regelmäßig zu Gast bei nationalen und internationalen Jazz- und Klassikfestivals. Anfang 2023 beendete sie ihr Masterstudium an der HfMT Köln und und lebt aktuell in Leipzig. Im Januar 2023 wurde ihr Soloalbum »Resonanzen« veröffentlicht, auf dem sie das Konzept ihres Debütalbums vertieft und Stücke aus verschiedenen Epochen zur Grundlage ihres musikalischen Weiter-Erzählens macht.
Seitdem Kit Armstrong vor nahezu zwanzig Jahren die internationalen Bühnen betrat, fasziniert er die Musikwelt. Die intensive Beschäftigung mit der Musik steht bei ihm auf selbstverständliche Art und Weise in enger Beziehung mit anderen Künsten sowie mit Naturwissenschaften und Mathematik.
Auf seinem im Juli 2021 veröffentlichten Debütalbum bei Deutsche Grammophon präsentierte sich Kit Armstrong mit Werken von William Byrd und John Bull, den Gründungsvätern der Musik für Tasteninstrumente. Mit ihren gegensätzlichen Musikerpersönlichkeiten – reine, komplexe Schönheit auf der einen und leidenschaftlicher Selbstausdruck auf der anderen Seite – schufen Byrd und Bull gemeinsam das Universum, das die Instrumentalmusik seither bestimmt. Für die kommenden Spielzeiten hat Kit Armstrong einen Zyklus von 500 Jahren Klaviermusik entwickelt. In fünf Programmen nimmt er seine Zuhörer auf eine Reise durch fünf Jahrhunderte Klaviermusik von 1520 bis 2020. Besonders eindrücklich entfalten sich in der von ihm konzipierten Chronologie die musikalischen Strömungen, Einflüsse und Querbezüge für die Hörer.
Kit Armstrong ist mit einigen der weltbesten Orchester aufgetreten, darunter die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Gewandhausorchester Leipzig, das NHK Symphony Orchestra und die Academy of St Martin in the Fields. Er war Artist-in-Residence bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Mozartfest Würzburg, dem Musikkollegium Winterthur, und der Luxemburger Philharmonie u.a. und ist langjähriger Partner der Akademie für Alte Musik Berlin. Zusammen mit Renaud Capuçon spielte er alle Mozart-Violinsonaten für die Deutsche Grammophon ein. Im Projekt “Expedition Mozart” vertieft Kit Armstrong gemeinsam mit dem Quatuor Hermès, dem Minetti-Quartett, dem Schumann-Quartett, sowie weiteren führenden Instrumental- und Vokalsolisten seine Beschäftigung mit Mozart. Armstrong tritt auch weltweit mit Orgelkonzerten in großen Säalen wie der Berliner Philharmonie, der Kölner Philharmonie, dem Konzerthaus Wien, und Weiwuying in Kaohsiung auf.
Alfred Brendel, der Kit Armstrong seit 2005 als Lehrer und Mentor begleitete, schrieb ihm „Verständnis der großen Klavierliteratur als eine Einheit von Gefühl und Verstand, Frische und Verfeinerung“ zu. Die einzigartige Beziehung zwischen Armstrong und Brendel wurde in dem Film des britischen Regisseurs Mark Kidel Set the Piano Stool on Fire festgehalten.
Die Edition Peters verlegt Kit Armstrongs Kompositionen. Zu Auftraggebern seiner Werke gehören das Gewandhaus Leipzig, das Bachwoche Ansbach, das Mozartfest Würzburg, das Klavierfestival Ruhr, und die Schubertiade Vorarlberg.
Als Kit Armstrong im Jahr 2012 eine Kirche im nordfranzösischen Städtchen Hirson nahe der belgischen Grenze erwarb, begann eine einzige Erfolgsgeschichte, die seither ein großes Echo in den Medien findet. Mit der Kirche St. Thérèse ist es ihm gelungen, ein sozio-kulturelles Zentrum zu schaffen, das regelmäßig Konzerte und interdisziplinäre Projekte für ein regionales und überregionales Publikum veranstaltet.
Geboren 1992 in Los Angeles, studierte Armstrong am Curtis Institute of Music und an der Royal Academy of Music in London. Mit 7 Jahren begann er ein Kompositionsstudium an der Chapman University und ein Physikstudium an der California State University, später auch Chemie und Mathematik an der University of Pennsylvania und Mathematik am Imperial College London. Er erwarb einen Master in Mathematik an der Universität Paris VI.
Im Jahr 2024 veröffentlichte die Autorin Inge Kloepfer unter dem Titel “Metamorphosen eines Wunderkinds” eine Biografie über Kit Armstrong.
