Klavier Yefim Bronfman
© Franki StewartKünstler

„Nichts Überspanntes, vielmehr Erhabenes erreicht das Ohr.“

WAZ
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Biografie

Yefim Bronfman gilt weltweit als einer der bedeutendsten Pianisten unserer Zeit. Seine imposante Technik, seine Kraft und seine hohe Interpretationskunst werden von Fachpresse und Publikum gleichermaßen geschätzt und bewundert. Er gehört zu jenem illustren Kreis von Künstlern, die sich steten Interesses bei Festivals, Orchestern, Dirigenten und Rezitalveranstaltern erfreuen.

Ein enges, inzwischen schon über 30 Jahre währendes Verhältnis verbindet Bronfman mit dem Israel Philharmonic und Zubin Mehta. Im Rahmen der US-Tournee des Orchesters im Herbst 2017 spielt er Konzerte in Los Angeles und der Carnegie Hall. Im Anschluss tritt er mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und Mariss Jansons in München, London und Wien auf. Auch mit diesen Partnern pflegt er eine langjährige Zusammenarbeit. Darüber hinaus ist er wiederholt zu Gast bei den Orchestern in New York, Cleveland, Los Angeles, Philadelphia, Pittsburgh, Washington, Indianapolis und Toronto. Im Frühjahr 2018 ist er in mehreren Konzerten mit den Wiener Philharmonikern unter Andrés Orozco-Estrada zu erleben, wobei das Orchester ihn anlässlich seines 60. Geburtstags mit einem besonderen Programm ehrt. In Europa folgt er außerdem einer Einladung der Berliner Philharmoniker, er ist mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter Andris Nelsons auf Tournee und spielt Rezitale in Deutschland, Frankreich, Belgien und Großbritannien. Eine Tournee nach Asien mit dem London Symphony Orchestra unter Gianandrea Noseda beschließt im Juni die Spielzeit.


 

Bronfman arbeitet regelmäßig mit so namhaften Dirigenten wie Daniel Barenboim, Herbert Blomstedt, Semyon Bychkov, Riccardo Chailly, Christoph von Dohnányi, Gustavo Dudamel, Charles Dutoit, Daniele Gatti, Valéry Gergiev, Alan Gilbert, Mariss Jansons, Vladimir Jurowski, James Levine, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Andris Nelsons, Yannick Nézet-Séguin, Sir Simon Rattle, Esa-Pekka Salonen, Jaap van Zweden, Franz Welser-Möst und David Zinman. Als leidenschaftlicher Kammermusiker hat Bronfman mit Pinchas Zukerman, Martha Argerich, Magdalena Kožená, Anne-Sophie Mutter, Emmanuel Pahud und vielen anderen musiziert.

Er ist häufiger Gast bei den großen Musikfestivals in Europa und den USA und hat zahlreiche Rezitale in den führenden Konzerthäusern weltweit gegeben, einschließlich seines gefeierten Debüts in der Carnegie Hall im Jahre 1989. 1991 spielte er gemeinsam mit Isaac Stern eine Reihe von Rezitalen in Russland, sie stellten seine ersten öffentlichen Auftritte dort seit seiner Emigration nach Israel im Alter von 15 Jahren dar. Im gleichen Jahr erhielt er den Avery Fisher Prize, eine der höchsten Auszeichnungen für amerikanische Musiker. 2010 wurde er mit dem Jean Gimbel Lane Prize der Northwestern University geehrt.

Yefim Bronfman wird weithin für seine Solo-CDs und seine Kammermusik- und Orchesteraufnahmen gerühmt. Sechs Mal war er bereits für einen Grammy Award nominiert, 1997 gewann er den begehrten Preis für seine Einspielung der Bartók-Konzerte mit Los Angeles Philharmonic unter Esa-Pekka Salonen. Sein umfangreicher Aufnahmekatalog beinhaltet Werke für zwei Klaviere von Rachmaninow und Brahms mit Emanuel Ax, sämtliche Klavierkonzerte von Prokofieff mit Israel Philharmonic unter Zubin Mehta, eine CD mit Werken von Mozart und Schubert mit den Zukerman Chamber Players und den Soundtrack zu Disneys Fantasia 2000. Zu seinen jüngsten CD-Veröffentlichungen gehören die 2014 für einen Grammy nominierte Aufnahme von Magnus Lindbergs Klavierkonzert Nr. 2 mit New York Philharmonic unter Alan Gilbert (DaCapo), Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons, die Rezital-CD „Perspectives“ und die Einspielung aller Klavierkonzerte Beethovens, inklusive des Tripelkonzerts mit Gil Shaham und Truls Mørk, begleitet vom Tonhalle-Orchester Zürich unter David Zinman (Arte Nova/BMG).

Auf DVD erhältlich sind Beethovens fünftes Klavierkonzert mit dem Concertgebouworkest unter Andris Nelsons, aufgenommen im Rahmen des Lucerne Festival 2011, ebenso wie ein Konzertmitschnitt von Rachmaninows drittem Klavierkonzert mit den Berliner Philharmonikern und Sir Simon Rattle (EuroArts). 2010 wurde seine Interpretation des zweiten Klavierkonzerts von Franz Liszt mit den Wiener Philharmonikern unter Franz Welser-Möst in Schönbrunn veröffentlicht (DG). 2015 erschien eine Aufnahme der beiden Brahms-Konzerte mit dem Cleveland Orchestra unter Franz Welser-Möst.

Yefim Bronfman wurde in Tashkent/Sowjetunion geboren. 1973 emigrierte er mit seiner Familie nach Israel. Hier studierte er bei Arie Vardi an der Rubin Academy of Music in Tel Aviv. Später setzte er seine Studien in den USA an der Juilliard School, der Marlboro School of Music und am Curtis Institute of Music bei Rudolf Firkusny, Leon Fleisher und Rudolf Serkin fort. 2015 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Manhattan School of Music verliehen.

Yefim Bronfman wurde im Juli 1989 US-amerikanischer Staatsbürger.

SAISON 2017/2018

Zitate

„Yefim Bronfman, auf den ersten, den naiven Blick so schwerfällig wie distanziert wirkend, erspürte als Solist feinste Schattierungen der romantischen Delikatesse [Brahms Klavierkonzert Nr. 2]. Brausender Beifall für Kammermusik im Gewand einer sinfonischen Legion.“

Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Lars von der Gönna, 13.06.12

„Furcht-, schutz-, kompromisslos stürzten sich Bronfman und das Orchester unter Salonen in Wogen von Leidenschaft. Das war Musik [Brahms Klavierkonzert Nr. 2] mit Klauen und Zähnen - und Herz!“

Münchner Merkur, Thomas Willmann, 9.06.12

„What made time pass quickly was Mr. Bronfman’s astonishing performance. He mastered every challenge [Lindberg piano concerto No. 2]: thick chords that leap across the keyboard; spiraling bursts of runs and sputtering arpeggios; cascades of double thirds; finger-twisting counterpoint; on and on. Only a select roster of pianists will be able to play the concerto. Whatever fee Mr. Bronfman earned for this engagement, it was not enough.“

The New York Times, Anthony Tommasini, 4.05.12

„Den weltweit renommierten Pianisten Yefim Bronfman als "Tastentiger" der alten Schule zu charakterisieren, griffe entschieden zu kurz. Gewiss steht ihm auf der Basis perfekter Technik ein weitgespanntes Repertoire von Anschlagsmöglichkeiten zur Verfügung: wuchtige, kraftstrotzende Oktavengänge, die nicht selten in explosive Eruptionen münden; duftig rieselnde, zarte Klangkaskaden; üppigst aufrauschendes Passagenwerk als Folie sonor tönender Kantilenen. Doch die emotionelle Eindringlichkeit seines Spiels hebt es über die bloße Exhibition manueller Akrobatik weit hinaus.“

Wiener Zeitung, Gerhard Kramer, 17.11.11

„Hier hüllt ein Antiheld am Klavier alles Heroische ins Kleid der Humanität. Erst recht bei Chopins Grandes Études. Bei Bronfman sind das Klangzaubereien, mitunter mit einem Anflug des Lächelns. Nichts Überspanntes, vielmehr Erhabenes erreicht das Ohr.“

WAZ, Martin Schrahn, 18.05.11

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Diskografie

Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 & "Scheherazade" Rimskyi-KorsakovRoyal Concertgebouw Orchestra - Andris Nelsons, Yefim BronfmanApr. 2012, Unitel, DVD, Verfügbar bei: Amazon
SalonenYefim Bronfman und das Los Angeles Philharmonic unter Esa-Pekka Salonen spielen Werke von Salonen (Klavierkonzert, Helix, Dichotomie)Apr. 2009, DG, CD, Verfügbar bei: iTunes Amazon
Tschaikowsky: Klaviertrio a-MollTschaikowskys Klaviertrio in a-Moll mit Yefim Bronfman, Gil Shaham und Truls MørkAug. 2008, Canary Classics, CD, Verfügbar bei: iTunes Amazon
PerspectivesWerke von Tschaikowsky, Strawinsky, Prokofieff & BalakirewDez. 2007, Sony Classics, CD, Verfügbar bei: iTunes Amazon
Tschaikowsky: Klavierkonzert Nr. 1Yefim Bronfman spielt Tschaikowsky mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Mariss JansonsNov. 2007, Sony Classics, CD, Verfügbar bei: iTunes Amazon
Klavierkonzerte von BartokYefim Bronfman spielt die drei Klavierkonzerte von Bartok mit dem Los Angeles Philharmonic unter Esa-Pekka SalonenSep. 2001, Sony Classics, CD, Verfügbar bei: iTunes Amazon