HarfeXavier de Maistre
© Marco BorggreveKünstler

„Hexenmeister der Harfenkunst“

Welt online
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Biografie

Xavier de Maistre gehört zu jener Elite von Solokünstlern, denen es gelingt, die Grenzen des auf ihrem Instrument Möglichen immer wieder neu zu definieren. Neben Auftragskompositionen von Zeitgenossen wie Krysztof Penderecki und Kaija Saariaho präsentiert er meisterhafte Arrangements – Werke wie Smetanas „Moldau“, die gewöhnlich von einem ganzen Orchester gespielt werden. Nur wenige Harfenisten haben sich zuvor an dieses Genre gewagt und es ist die besondere Qualität seiner Interpretationen, die Xavier de Maistre den Ruf als einer der kreativsten und außergewöhnlichsten Musiker seiner Generation eingebracht hat.

Xavier de Maistre konzertiert regelmäßig in den bedeutenden Konzerthäusern Europas, Asiens und Nordamerikas. Er trat mit führenden Orchestern auf und arbeitete mit namhaften Dirigenten wie Bertrand de Billy, Daniele Gatti, Kristjan Järvi, Philippe Jordan, Riccardo Muti, Andrés Orozco-Estrada, André Previn, Simon Rattle, Heinrich Schiff, Gilbert Varga und Kazuki Yamada. Der französische Harfenist ist gern gesehener Gast bei Europas größten Musikfestivals wie dem Schleswig-Holstein Musikfestival, dem Rheingau Musikfestival, dem Festival in Verbier und dem Frühlingsfestival in Budapest. 

Nach Auftritten beim Mostly Mozart Festival in New York und bei den Festspielen in Salzburg war Xavier de Maistre im September 2014 zur Saisoneröffnung des WDR Sinfonieorchesters in Köln zu Gast. Als Artist in Residence ist er hier in Konzerten unter der Leitung von Jukka-Pekka Saraste, Ton Koopman und Vassily Sinaisky sowie mit Kammermusik zu hören. Zu den Höhepunkten der Spielzeit 2014/15 gehören darüber hinaus eine Spanientournee mit dem St. Petersburg Philharmonic unter Yuri Temirkanov, die französische Erstaufführung des Harfenkonzerts von Toshio Hosokawa mit dem Orchestre National de France und Robin Ticciati, Konzerte mit dem Orchestre National de Lyon, der Dresdner Philharmonie, den Trondheimer Sinfonikern und dem Royal Scottish National Orchestra. Wie in jeder Saison führen ihn Konzerteinladungen auch nach Asien, so spielt er im Frühjahr 2015 mit den Sinfonieorchestern in Shanghai und Guangzhou. Solorezitale, Duoabende mit der Sopranistin Diana Damrau und Kammermusikkonzerte mit der Geigerin Baiba Skride und dem Cellisten Daniel Müller-Schott komplettieren sein künstlerisches Schaffen. Aufführungen finden unter anderem in Wien, Graz, Ljubljana, Hannover, Münster, Warschau und St. Petersburg statt.

Seit 2001 ist Xavier de Maistre Professor an der Musikhochschule Hamburg. Zudem gibt er regelmäßig Meisterkurse an der Juilliard School New York, der Toho University Tokyo und dem Trinity College London.

2008 begann seine exklusive Partnerschaft mit Sony Music. Bei diesem Label wurden Werke von Debussy, eine Einspielung von Joseph Haydns Klavierkonzerten sowie spanisches Repertoire (u.a. Rodrigos Concierto de Aranjuez) veröffentlicht. 2012 erschien „Notte Veneziana“, eine Aufnahme von Barockkonzerten mit dem Ensemble l’arte del mondo. Diese CD wurde von der Presse hoch gelobt und gelangte unter die Top-Ten der Klassik-Charts in Deutschland und Frankreich. 2013 erschien eine reine Mozart CD, aufgenommen mit dem Mozarteum Orchester Salzburg unter Leitung von Ivor Bolton, sowie eine DVD mit Diana Damrau (bei EMI).  

In Toulon geboren, wurde er zuerst am dortigen Konservatorium ausgebildet und vervollständigte seine Studien bei Jacqueline Borot und Catherine Michel in Paris. Gleichzeitig studierte er Politische Wissenschaften an der „Ecole des Sciences Politiques“ und später an der „London School of Economics“. 1998 gewann Xavier de Maistre den 1. Preis beim „USA International Harp Competition“ Bloomington. Mit 24 Jahren wurde er bei den Wiener Philharmoniker aufgenommen und verließ diese 2010 wieder, um sich ausschließlich seiner Solokarriere zu widmen.

Xavier de Maistre spielt eine Harfe von Lyon & Healy.

SAISON 2014/2015

Zitate

„She and Mr. de Maistre (both are French) have recorded Mozart’s concerto together, and there was a practiced ease to their interplay, especially in the sometimes daring, virtuosic new cadenzas by Sylvain Blassel. Her sound is silken; his crisp and zesty. The slow movement was a model of tasteful phrasing.“

New York Times, Corinna da Fonseca-Wollheim, 17.08.2014

„Der König der Harfe: [...] Der Harfenist Xavier de Maistre (40) glänzte in Graz mit stupender Virtuosität, inniger Lyrik und eleganter Kantabilität. […] Xavier de Maistre brillierte […] nach allen Regeln der Kunst. Als phänomenaler Musiker hatte er schon zuvor in seiner eigenen Bearbeitung von Mozarts Klavierkonzert Nr. 19, KV 459, geglänzt.“

Kleine Zeitung Graz, 12.02.2014

„Xavier de Maistre, einstiger Soloharfenist der Wiener Philharmoniker, der sich längst auf seine Solokarriere und seine Professur an der Hamburger Musikhochschule konzentriert, ist der derzeit Beste seines Fachs.“

Die Presse, Walter Dobner, 11.02.2014

„Xavier de Maistre ist einer der besten Harfenisten der Welt […] diese transparenten, klirrenden Klänge, diese perlenden Tonreihen inszenieren, die manchmal wie musikalische Metaphern zu Platons Ideenwelt daherkommen. Aber vor allem gilt der charmante Franzose deswegen als Großer seines Fachs, weil er die Harfe über den delikaten, sanft-filigranen Klangkosmos hinaus etabliert hat. […] De Maistre, der in ästhetisch zelebrierter Gelassenheit schon mal sein Instrument kurz nur mit einer Hand bespielte, ließ es sich danach nicht nehmen, eine Zugabe, ein für Solo-Harfe, zu spielen. Seine Darbietung von Parish-Alvars‘ „La Mandoline-Grande Fantaisie“ war noch mal eine Eloge an den Zauber der Harfe – schön, wie viel Klang- und Nuancenreichtum hier der charismatische Virtuose aus Toulon entfaltete. Das Publikum zeigte sich jedenfalls hingerissen.“

Süddeutsche Zeitung, Udo Watter, 04.02.2014

„Einsamer Höhepunkt des Abends war seine sensible, schließlich geradezu Paganini-artig auf den Saiten durch alle Register rasende Solozugabe von Félix Godefroids „Le carnaval de Venise“ (über „Mein Hut, der hat drei Ecken“).“

Stuttgarter Nachrichten, Helmuth Fiedler, 03.02.2014

„Hexenmeister der Harfenkunst: [...] Kein wolkiges Salon-Odeur, keine Nippes-Süße umwehen ihn, seineTonmalerei, mit schier unglaublicher Fingerfertigkeit ausgeführt, lenkt den Blick ins Heute, selbst wenn er Werke von Antonio Vivaldi und dessen Zeitgenossen Alessandro Marcello und Francesco Durante spielt.“

Welt online, Monika Nellissen, 11.5.12

„Worin das Mehr besteht, nämlich in der perfekten Balance der melodischen Linie, in der Kunst des Belcanto auf der Harfe – man wird es wohl nur von einem Musiker wie Xavier de Maistre so schön zu hören bekommen.“

Stuttgarter Zeitung, Annette Eckerle, 17.12.11

„De Maistre glänzte mit atemberaubender Technik, dramatischer Aussage und reicherKlangphantasie. Das reichte von kaum vernehmbarem ätherischen Effekten bis zur größtmöglichen Klangentfaltung mit messerscharfen Glissandi im ff.“

Straubinger Tagblatt, Werner Haas, 9.7.11

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Diskografie

MozartXavier de Maistre spielt mit dem Mozartorchester Salzburg unter Ivor Bolton Werke von Wolfgang Amadeus Mozart.Jul. 2013, Sony Music, CD, Verfügbar bei: Amazon
Notte VenezianaXavier de Maistre spielt eine Auswahl von Barock-Konzerten venezianischer Komponisten, u.a. Marcello,Albinoni und Vivaldi - arrangiert für Harfe.Mär. 2012, Sony Music, CD, Verfügbar bei: Amazon
Aranjuez: Konzerte und Tänze für HarfeXavier de Maistre spielt mit dem Radio-Symphonieorchester Wien Werke von Manuel de Falla, Francisco Tárrega, Enrique Granados u.a.Apr. 2010, Sony Music, CD, Verfügbar bei: Amazon
Hommage à HaydnXavier de Maistre spielt Werke von Haydn: Konzert Nr. 5 in G Hob. XVIII:4, Konzert Nr. 6 in D Hob. XVIII:11, Variationen in C Hob. XVII:5 u.a.Jun. 2009, Sony Music, CD, Verfügbar bei: iTunes Amazon