Klavier Martin Helmchen
Martin Helmchen © Giorgia BertazziKünstler

Mr. Helmchen has a noble bearing and a noble sound, shaping lines as elegant and clean as a Greek temple’s.

The New York Times
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Biografie

Es gibt Shooting-Stars, die mit einem Paukenschlag die Konzertszene betreten und manchmal schnell wieder verschwinden. Und es gibt Musiker, die sich allmählich ins Rampenlicht spielen und irgendwann nicht mehr wegzudenken sind. Normalerweise hätte der Gewinn des Concours Clara Haskill auch den 19jährigen Martin Helmchen in die Star-Rotation der Klassikwelt katapultiert. Doch ließen es die Konzertagenten und Plattenfirmen lieber langsam angehen. So entwickelte sich Martin Helmchens Karriere allmählich, aber stetig. Wofür er im Nachhinein sehr dankbar ist. „Ich hatte genügend Zeit und Freiräume für meine künstlerische Entwicklung.“


 

1982 geboren, besuchte Martin Helmchen als erster Schüler aus West-Berlin das Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach im Ostteil der Stadt und studierte dann an der Hochschule „Hanns Eisler“ bei Galina Iwanzowa und in Hannover beim legendären Arie Vardi. Ausgestattet mit dem virtuosen Rüstzeug der russischen Schule entwickelte Martin Helmchen seine ganz eigene Musizierhaltung und etablierte sich mit seinem ausdrucksvollen, geradezu innigen Spiel in der ersten Liga der Klavierwelt.

Er gastiert regelmäßig mit den großen Orchestern in Boston und Chicago, London und Cleveland, Paris und Tokio und mit den großen deutschen Rundfunkorchestern. Mit seinen Debüts bei den Berliner, den Wiener, den New Yorker Philharmonikern und dem Concertgebouworkest Amsterdam ist er inzwischen endgültig im Olymp angekommen. Zu den Dirigenten, mit denen er zusammenarbeitet, gehören Herbert Blomstedt und Philipp Herreweghe, Marek Janowsk und Vladimir Jurowski, Sir Neville Marriner, Andris Nelsons und Andres Orozco-Estrada, Michael Sanderling, David Zinman und vor allem sein langjähriger Partner und Förderer Christoph von Dohnányi.
Martin Helmchen ist kein Showmann, vielmehr beeindruckt er sein Publikum mit seiner „ganz und gar entschlossenen Haltung“, wie es Christophe Huss in der kanadischen Zeitung Le Devoir formuliert hat. „Helmchen gehört zu den Künstlern, die eine ästhetische, kulturell durchdachte Vision eines Werkes haben und deren Finger jede Facette dieses Universums genau widerspiegeln. Bei Helmchen lassen einen die Kontrolle über den Klang, die differenzierte Dynamik und die rhythmische Meisterschaft sprachlos zurück.“
„Virtuosität macht mir schon Spaß“, sagt er selbst. Doch der Verlockung, das Publikum vor allem mit Geschwindigkeit und Effekt zu beeindrucken, ist er nie erlegen. Wichtig sind ihm vielmehr die tiefe musikalische Gestaltung und die lineare Feinzeichnung, und auf lange Sicht fesselt sein unprätentiöses, ausdrucksreiches Spiel, das sich in einer erstaunlichen Balance zwischen Intellekt und Intuition bewegt, umso mehr.

Es ist bezeichnend, dass Martin Helmchen die Kammermusik, diese „natürlichste und meist beglückendste Art des Musikmachens“, besonders am Herzen liegt. Geprägt auf diesem Feld vor allem von den Cellisten Boris Pergamenschikow und Heinrich Schiff, musiziert er regelmäßig mit seiner Frau Marie-Elisabeth Hecker, mit Juliane Banse, Matthias Goerne, Veronika Eberle, Julia Fischer, Sharon Kam und Christian Tetzlaff. Seit 2010 unterrichtet er außerdem Kammermusik an der renommierten Kronberg Academy.

Auf CD hat Martin Helmchen u.a. Klavierkonzerte von Mozart, Schumann, Dvorak, Mendelssohn und Schostakowitsch sowie Solowerke und Kammermusik von Schubert aufgenommen, zumeist beim Label Pentatone. Gemeinsam mit seiner Frau Marie-Elisabeth Hecker engagiert er sich außerdem im Projekt „Music Road Rwanda“.

SAISON 2015/2016

Zitate

„[...] mit der empfindsamen Zugabe von Schumanns "Der Vogel als Prophet" wandelte er schließlich auf den Spuren des legendären Wilhelm Kempff [...]“

Stuttgarter Nachrichten, von Helmut Fiedler 22.02.2016

„Mit Bachs a-Moll-Partita spricht Helmchen eine Einladung zur inneren Einkehr aus: So, wie er die sechs Tanzsätze spielt, transparent, dabei sehr sanglich und mit der Hingabe eines gläubigen Christenmenschen, schafft er eine Atmosphäre der Konzentration, einen Schutzraum vor den Zumutungen des Alltags.“

Der Tagesspiegel, Frederik Hanssen, 18.11.15

„Martin Helmchen betont die überirdische Schönheit der Melodik [Franz Schubert, Klaviersonate B-Dur], deutet die Musik als Gesang einer Seele, die mit sich im Reinen ist […].“

Berliner Morgenpost, Felix Stephan, 18.11.15

„Tout est en effet d’une telle détermination, d’une telle préméditation que cette éthique du récital s’impose. Helmchen fait partie de ces artistes (évidemment, on pense à Alfred Brendel) qui possèdent une vision esthétique et culturelle organique d’une oeuvre et dont les doigts traduisent exactement toutes les facettes de cet univers. Avec Helmchen, le contrôle du son, le dosage des plans sonores, la maîtrise rythmique (dans les Diabelli !) et, au-delà de tout, l’égalité digitale laissent pantois.“

Le Devoir, Christophe Huss, 25.07.15

„Martin Helmchen präsentiert eine noble Haltung und einen noblen Klang; er formt elegante, saubere Linien, die an einen griechischen Tempel erinnern. Obwohl Dvořáks Klavierkonzert bekannt ist für die Unannehmlichkeiten, die es seinen Interpreten bereitet, schien er zu keinem Zeitpunkt in Bedrängnis zu geraten. Er entfesselte chromatische Läufe, legte die Oktaven technisch sicher, aber zugleich auch nuanciert hin und tauchte in das orchestrale Gewebe ein und wieder aus ihm heraus. Christoph von Dohnanyi hielt die Betriebstemperatur eher auf einem kühlen Niveau, während Martin Helmchen reichlich die Funken sprühen ließ.“

The New York Times, Zachary Woolfe, 14.12.14

„Martin Helmchen is an astonishingly complete musician. He has it all – a technique that embraces a seemingly limitless range of tone, touch, colour and dynamics, underpinned by formidable stamina and lightly-worn-virtuosity…..Helmchen is graced with the sort of insight and fierce intelligence that goes deep into the character of music and throws it into the audience.“

classicalsource.com, Peter Reed, 29.01.14

„Er bringt den Notentext zum Sprechen, stellt Sinneinheiten her. Als staunte er jedes Mal wieder aufs Neue, wenn die zarten Klanggebilde unter seinen Fingern entstehen.“

Mainpost, 27.01.14

„[...] Lebhafte Kontraste zwischen expressiver Klangdichte und träumerisch liedhaften Passagen lotete der Künstler opulent aus. Emotional und machtvoll steigerte er die Intensität seiner Werksgestaltung bis zu einem wahren Klangrausch als Finale. [...]“

Südwest Presse Online, Rudolf Wesner, 25.01.14

„Formal-inhaltliche Ausgewogenheit und fein dosierte Klangfarbenmischungen als Ergebnis einer souveränen Anschlagstechnik waren die vorherrschenden Gestaltungsmerkmale. […] Da KV 505 ungewöhnlicherweise zudem einen obligaten Klavierpart enthält, ergaben sich im Verbund mit Martin Helmchen bezaubernde, sternstundenverdächtige musikalische Zwiegespräche.“

F.A.Z. Rhein-Main-Zeitung, Harald Budweg, 05.11.13

„Gleichwohl forderte das Stück alle virtuosen Qualitäten des Pianisten, der mit dem kraftvoll von Herreweghe geleiteten HR-Sinfonieorchester glänzend korrespondierte. Launig und pointier wirkte der Künstler besonders im Finale 'Presto scherzando'…“

Frankfurter Neue Presse, Matthias Gerhart, 04.11.13

„Auch der famose Martin Helmchen kann nicht verleugnen, dass er gereift, älter geworden ist und viele neue (Kammermusik-) Erfahrungen gesammelt hat. Aber er ist nach wie vor der Philosoph am Klavier, mit seiner kleinen Liebe zur Pointe.(...)“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Eleonore Büning, 06.07.13

„Stürmer und Dränger mit empfindsamen Seiten: [...] Das leise Spiel ist Helmchens Spezialität; beeindruckend, wie viel Tiefe sein helles, weiches Piano hat.“

Neue Zürcher Zeitung, Jenny Berg, 20.03.12

„Sein beherzt ungekünstelter, deutlich artikulierter Zugriff war erfrischend biedermeierfrei. Da herrschte himmlischer Durchblick statt schwammiger Gefühlswolken.“

Die Welt, Peter Krause, 14.01.12

„Mr. Helmchen performed with a warm, fluid touch and poetic nuance in the slower sections, highlighted inner voices in the more tumultuous movements and sustained momentum throughout — no small feat.“

The New York Times, Vivien Schweitzer, 02.11.11

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Diskografie

Brahms Cello SonatasMarie-Elisabeth Hecker, Martin HelmchenMai. 2016, Outhere- Alpha Classics, CD, Verfügbar bei: iTunes Amazon
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Bach Liszt BeethovenLive at Verbier Festival 2011Aug. 2012, idéale audience, DVD, Verfügbar bei: Amazon
RecherchenGeorge Benjamin - Duet für Klavier und OrchesterDez. 2011, Ensemble Modern Medien, CD
Robert SchumannKlavierkonzerte von Schumann und Dvorak mit dem Philharmonischen Orchester StraßburgNov. 2009, Pentatone, CD, Verfügbar bei: iTunes Amazon
Franz Schubert Vol. 1Schubert - Sonaten für Violine und Klavier mit Julia FischerSep. 2009, Pentatone, CD, Verfügbar bei: iTunes Amazon
SchubertMartin Helmchen spielt Schuberts Klaviersonate Nr. 20, D. 959 und 6 Moments Musicaux, D. 780Sep. 2008, Pentatone, CD, Verfügbar bei: iTunes Amazon
W.A. MozartMartin Helmchen spielt mit dem Niederländischen Kammerorchester die Klavierkonzerte Nr. 13 & 24 von MozartSep. 2007, Pentatone, CD, Verfügbar bei: iTunes Amazon

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