Violine Augustin Hadelich
© Rosalie O'ConnorKünstler

„Das ist ein junger Künstler, für den es offenbar keine Grenzen gibt.“

The New Yorker
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Biografie

Augustin Hadelich ist Gewinner eines Grammy Awards 2016 in der Kategorie „Best Classical Instrumental Solo“ für seine Aufnahme des Violinkonzertes „L’arbre des songes“ von Henri Dutilleux. Diese Auszeichnung, die nur wenige Monate nach der Verleihung des Warner Music Prize erfolgte, unterstreicht einmal mehr seinen Ruf als einer der bedeutendsten Geiger seiner Generation. Nur wenige Künstler können mit einem Repertoire von Beethoven über Paganini und Brahms bis hin zu Bartók und Adès gleichermaßen überzeugen.


In Amerika hat er mit nahezu allen großen Orchestern konzertiert und auch bei seinen Auftritten in Europa und Asien eilt ihm ein phänomenaler Ruf voraus. In jüngster Zeit war er zu Gast bei Orchestern wie New York Philharmonic, Philadelphia Orchestra, Los Angeles Philharmonic, den Sinfonieorchestern von Baltimore, Boston, Dallas, San Francisco und Toronto, Radio-Sinfonieorchester des SWR Stuttgart, Mozarteum Orchester Salzburg, Orchestre de Chambre de Lausanne, London Philharmonic, Helsinki Philharmonic, Orchestre Philharmonique de Strasbourg, Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo und São Paulo Symphony.

Höhepunkte der Saison 2015/2016 sind seine Debüts mit dem Chicago Symphony Orchestra, dem Pittsburgh Symphony Orchestra und dem Orpheus Chamber Orchestra sowie Wiedereinladungen zum Philadelphia Orchestra und zu den Sinfonieorchestern in Atlanta, Cincinnati, Detroit, Seattle und Vancouver. Wichtige Projekte in Europa und Asien sind Aufnahmen mit dem London Philharmonic, eine Residenz beim Bournemouth Symphony Orchestra, Konzerte mit BBC Philharmonic, Finnish Radio Symphony, Hong Kong Philharmonic, NHK Symphony Tokyo, Malaysian Philharmonic, Tonkünstlerorchester Niederösterreich im Musikverein Wien, Orchester der Komischen Oper Berlin und Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken sowie Rezitale in der Wigmore Hall und im Festspielhaus Baden-Baden.
Hadelich hat mit vielen namhaften Dirigenten zusammengearbeitet, darunter Marin Alsop, Herbert Blomstedt, Lionel Bringuier, Christoph von Dóhnanyi, Alan Gilbert, Giancarlo Guerrero, Jakub Hruša, Hannu Lintu, Andrew Litton, Christian Macelaru, Sir Neville Marriner, Juanjo Mena, Sakari Oramo, Andrés Orozco-Estrada, Vasily Petrenko, Gilbert Varga, Hugh Wolff, Kazuki Yamada, Jaap van Zweden und Rafael Frühbeck de Burgos.

Er wurde mit dem „Martin E. Segal Award“ des Lincoln Center (2012) und mit einem Fellowship des Borletti-Buitoni Trusts (2011) ausgezeichnet. 2009 erhielt er in New York den prestigeträchtigen "Avery Fisher Career Grant". 2006 sorgte er mit dem Gewinn der Goldmedaille beim Internationalen Violinwettbewerb von Indianapolis für Furore.
Seine 2014 bei Avie erschienene Einspielung der Violinkonzerte von Sibelius und Adès mit dem Royal Liverpool Philharmonic und Hannu Lintu begeisterte die Kritiker und war für einen Gramophone Award nominiert. Ebenfalls bei Avie veröffentlicht: „Flying Solo“ (Meisterwerke für Violine solo), „Echoes of Paris“ (russisches und französisches Duorepertoire des frühen 20. Jahrhunderts) und „Histoire du Tango“ (Programm für Violine und Gitarre). Seine neueste CD mit Violinkonzerten von Mendelssohn und Bartók, eingespielt mit dem Norwegian Radio Orchestra und Miguel Harth-Bedoya, kam im April 2015 auf den Markt. Für das Seattle Symphony Orchestra und Ludovic Morlot nahm er „L‘Arbre des songes“ von Dutilleux auf.

Mit Rezitalen ist Hadelich u.a. in der Carnegie Hall in New York, im Pariser Louvre, in der Kioi Hall in Tokyo, im Kennedy Center in Washington D.C., in Philadelphia, Los Angeles, in der Wigmore Hall London und im Concertgebouw Amsterdam aufgetreten. Er ist regelmäßiger Gast bei den großen internationalen Festivals wie Aspen, Marlboro, Tanglewood und Ravinia. Als begeisterter Kammermusiker musizierte er gemeinsam mit Alban Gerhardt, Joyce Yang, Charles Owen, Pablo Villegas, Richard Goode, Gary Hoffmann, Kim Kashkashian, Midori, Vadim Repin, Mitsuko Uchida, und Mitgliedern des Guarneri und des Juilliard Quartetts.
Augustin Hadelich wurde 1984 als Sohn deutscher Eltern in Italien geboren. Er studierte an der Juilliard School bei Joel Smirnoff und lebt bis heute in New York. Er spielt auf der "Ex-Kiesewetter” Stradivari von 1723, einer Leihgabe von Clement und Karen Arrison durch die Stradivari Society in Chicago.

SAISON 2015/2016 

Zitate

„So selbstbewusst und flott wie Hadelich muss man das Mendelssohn-Konzert spielen: Nur wenn die Höhen so sicher stehen und alles natürlich fließt, stellen sich Geigen-Glücksgefühle beim Hörer ein.“

Spiegel Online, Werner Theurich, 25.7.15

„Hadelich spielt das [2. Violinkonzert von Béla Bartók] mit ungewohnt ernsthafter Leichtigkeit, mit verhaltener Wehmut und, um es altmodisch zu sagen, reiner Empfindung. So kommt er dem Charakter und der Idee des Stückes wieder nah. [...] Kein Zweifel, dieser Geiger ist ein echter Musiker.“

Süddeutsche Zeitung, Harald Eggebrecht, 16.07.15

„Espressivo von heute. Sein [Adès'] Violinkonzert ‚Concentric Paths‘ von 2005 öffnet expressivem Melos dunkle Klangräume. Diese nutzt der junge Geiger Augustin Hadelich ohne Scheu: Silberrund wie eine Schlangenglieder-Schmuckkette schmiegt sich sein Ton um die Orchesterkonturen.“

Neue Zürcher Zeitung, 18.7.14

„Der Zauberer. Es ist schön, erregend schön. Klar, rein, intensiv. Weil es den Schmerz zulässt, aber nicht ausstellt. Hier ist Leidenschaft, die sich der Seele öffnet und nicht nur so tut. Die Stimme der Geige ist die Stimme des Künstlers, der jenseits von Eitelkeiten mit sprechender Gestik weiträumig, feine, dramatische und lyrisch, waghalsige und immer klug-wahre Geschichten erzählt. Augustin Hadelich hat enorme rhetorische Fähigkeiten und eine bildhafte Vorstellungswelt.“

Stuttgarter Nachrichten, Jürgen Holwein, 15.03.14

„Violinist Hadelich delivers jaw-dropping Ligeti concerto.“

Pioneer Press (Minneapolis/St. Paul), Rob Hubbard, 13.01.12

„The programme is ingeniously topped and tailed by the solo sonatas of Bartok and Bernd Alois Zimmermann. Hadelich plays each with supreme confidence, the colours vivid, his bow control as impeccable as his intonation, the overall shaping always convincing, the direction and balance of line always clear. Between these great columns, he immerses himself in three of Paganini’s 24 Caprices and in the third and fifth solo sonatas of Ysaÿe, proving that he is both a virtuoso violinist and a deeply thoughtful one.“

The Sunday Times, 14.02.10

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Diskografie

DutilleuxAugustin Hadelich und das Seattle Symphony spielen "L'arbre des songes" von Dutilleux GRAMMY 2016 “Best Classical Instrumental Solo”Aug. 2016, Seattle Symphony Media, CD, Verfügbar bei: iTunes Amazon
Sibelius und Adès ViolinkonzertAugustin Hadelich (Violine), Hannu Lintu (Dirigent), Royal Liverpool Philharmonic OrchestraMär. 2014, Avie Records, CD, Verfügbar bei: Amazon
Histoire du TangoAugustin Hadelich (Violine) und Pablo Sáinz Villegas (Gitarre) spielen Werken von Piazzolla, de Falla, Paganini und SarasateMär. 2013, AVIE, CD, Verfügbar bei: iTunes Amazon
Echoes of ParisAugustin Hadelich mit Werken für Violine und Klavier von Debussy, Poulenc, Strawinsky und ProkofieffMär. 2011, AVIE, CD, Verfügbar bei: iTunes Amazon
Flying SoloAugustin Hadelich mit Werken für Violine Solo von Bartok, Paganini, Ysaye und B.A. ZimmermannSep. 2009, AVIE, CD, Verfügbar bei: iTunes Amazon
Telemann: Zwölf Fantasien für Violine SoloAugustin Hadlich spielt Solowerke für Violine von TelemannMär. 2009, Naxos, CD, Verfügbar bei: iTunes Amazon
Haydn: ViolinkonzerteAugustin Hadelich spielt Haydns Violinkonzerte Nr. 1, 3 & 4 mit dem Kölner KammerorchesterJan. 2007, Naxos, CD, Verfügbar bei: iTunes Amazon