Adrien Perruchon
© Marco AyalaKünstler

Unerwartetes, das oftmals große Dirigenten erkennen lässt.

Le Figaro
12 / 23

Biografie

Mit seinem aufsehenerregenden Debüt beim Orchestre Philharmonique de Radio France stellte der junge Franzose Adrien Perruchon eindrucksvoll sein außergewöhnliches musikalisches Talent unter Beweis. Das Konzert, das er kurzfristig für Lionel Bringuier bzw. Mikko Franck übernahm, wurde live im Fernsehen und Radio übertragen. Dem großen Erfolg dieser Konzerte folgten neben einer Wiedereinladung zum Orchestra Philharmonique de Radio France, Einladungen zu Orchestern wie dem Orchestre National de Montpellier, Orchestre National de Lorraine, Orchestre de Chambre de Lausanne, WDR Funkhausorchester, Mozarteum Salzburg sowie den Wiener Symphonikern für sein Debüt am renommierten Musikverein in Wien und der anschließenden Deutschland Tournee mit Hilary Hahn.

Seit letzter Saison ist Adrien Perruchon Dudamel Conducting Fellow beim Los Angeles Philharmonic und leitet in dieser Funktion auch mehrere Konzerte in dieser Spielzeit.  Außerdem gibt er Debüts mit dem Orchestre Philharmonique de Luxembourg, Orchestre de l’Opéra Nice Côte d’Azur, Symfonieorkest Vlaanderen, Sofia Philharmonic, Bilkent Orchestra, NDR Radiophilharmonie Hannover sowie dem Osaka Symphony und Tokyo Philharmonic Orchestra. Perruchon führt seine wunderbare Beziehung zum Orchestre Philharmonique de Radio France in dieser Saison weiter, geht auf Tournee mit dem Orchestre Poitou-Charentes und dirigiert das Orchestre de Chambre de Paris für ein Projekt am Le Centquatre in Paris.


 

In der Oper arbeitet Perruchon seit letzter Saison eng mit François-Xavier Roth an der Oper Köln. Er dirigierte dort bereits Vorstellungen der Titel Benvenuto Cellini (Berlioz), La Bohème (Puccini) sowie Don Giovanni (Mozart). In dieser Saison kommen Vorstellungen der neuen Produktion von Ravel’s L’Heure Espagnole / L’Enfant et les Sortilèges hinzu.

Als Solo-Schlagzeuger arbeitete Perruchon regelmäßig mit Künstlern wie Daniel Barenboim und Claudio Abbado zusammen. An verschiedenen Europäischen Opernhäusern assistierte er renommierten Dirigenten wie Alain Altinoglu dem er im vergangenen Sommer außerdem bei den Salzburger Festspielen zu Don Giovanni mit den Wiener Philharmonikern assistierte. Eine enge Zusammenarbeit verbindet Perruchon außerdem mit François-Xavier Roth sowie Esa-Pekka Salonen, dem er diesen Sommer beim Festival d’Aix-en-Provence (Pélleas et Mélisande), sowie dem Chicago Symphony Orchestra, Swedish Radio Symphony Orchestra sowie dem Philharmonia Orchestra in London assistierte.

1983 in Annecy geboren begann Perruchon seine musikalische Ausbildung zunächst auf dem Klavier bevor er sich dem Fagott und später dem Schlagzeug widmete. Seit 2003 ist er Solo-Schlagzeuger beim Orchestre Philharmonique de Radio France und hält diese Position außerdem beim Seoul Philharmonic Orchestra inne.

SAISON 2016/2017

Zitate

„Vollends aus dem Häuschen lockten die Künstler das Hamburger Publikum mit zwei ausgesprochenen k.u.k. Zugaben. Wienerischer als Johann Strauß' "Tritsch-Tratsch-Polka" geht's nimmer. Und Dvoráks "Slawischen Tanz op. 72 Nr. 2" ließen sie so hinreißend stauen und beschleunigen, schmachten und sehnen, als wollten sie ganz nebenbei noch einmal sagen: Es kommt drauf an, was zwischen den Zeilen steht! In der Musik wie im Leben.“

Hamburger Abendblatt, Verena Fischer-Zernin, 1.2.2016

„Da zeigten Perruchon und die Musiker, dass es keine Exaltiertheit braucht, um ein Werk zum Leben zu bringen, weder rote Schuhsohlen noch musikalische Einfälle um ihrer selbst willen. Schumanns "Sinfonie Nr. 2" sprühte nur so vor Assoziationen und Bildern. Es war ein Glück zu erleben, wie viel Energie im Orchester bis in die hinteren Pulte zu spüren war. Die klang so lebendig und selbstverständlich, als wäre Schumann die Muttersprache der Musiker, um sich über die Musik zu verständigen.“

Hamburger Abendblatt, Verena Fischer-Zernin, 1.2.2016

„Selten erlebt man einen Nachwuchsdirigenten, der seine Bewegungen schon so ökonomisch einsetzt, so präzise und unprätentiös, und damit volle Wirkung erzielt.“

Hamburger Abendblatt, Verena Fischer-Zernin, 1.2.2016

„[..] im langsamen Satz laufen die Interpreten zur Hochform auf, hier stimmt jedes Detail, hier entfaltet Schumann jene Magie, für die seine Orchestration leider allein nicht ausreicht.“

Badische Zeitung, Alexander Dick, 3.2.2016

„Die einleitende "Karneval"-Ouvertüre, die leider so selten in der von Dvorák angedachten zyklischen Form mit ihren beiden Schwesterouvertüren "In der Natur" und "Othello" erklingt, lässt Perruchon bei aller Leidenschaftlichkeit nicht überhetzt spielen – Konzentration auf das Wesentliche und exakter Zusammenklang lautet die Devise.“

Badische Zeitung, Alexander Dick, 3.2.2016

„Benvenuto Cellini ist eine große und nichtz ganz leichte Choroper, und für die Sänger ist der Dirigent bei dieser Anordnung mit dem Orchester im Rücken quasi unsichtbar. Gelöst wird dieses Problem durch zwei Ko-Dirigenten, Adrien Perruchon und Chordirektor Andrew Ollivant, die vor der Spielfläche sitzen. Das klappt hervorragend, Chor und Extrachor singen nicht nur mit vollem, nie lärmendem Klang, sondern auch mit bestechender rhythmischer Schärfe und Präzision, was den Chorpassagen enormen drive gibt. Musikalisch ist der Chor der eigentliche Star der Aufführung.“

Online Musik Magazin, Stefan Schmöe, 11.2015

„Die Gelenkigkeit des Gestus, die geschmeidigen Übergänge, das beherrschte Engagement, die fließende Transparenz und die maßvolle Lyrik zeugen schon von der Fähigkeit sowohl die Übersicht zu behalten und sich gleichzeitig bei den Musikern einzusetzen.“

Concert Classic, Michel le Naour, 12.12.2014

Zurück