Eine Erfolgsgeschichte
Leonard Bernstein und Familie Schmid © Schmid privatGeschichte

Leonard Bernstein und Familie Schmid (1968)

Privatarchiv Hans Ulrich Schmid

1957

Klavierhaus Döll vor der Eröffnung © Schmid privat

Gründer der Konzertdirektion Schmid war der junge Kaufmann Hans Ulrich Schmid. Ursprünglich wollte er selbst Pianist werden. Doch nach einem erfolgreichen Musikstudium beschloss er, beruflich andere Wege einzuschlagen.

Bei der Hamburger Klavierfabrik Steinway & Sons stieg er nach einer kaufmännischen Lehre schnell zum Direktionsassistenten auf und wagte dann zusammen mit Geschäftspartner Alfred Döll den Schritt in die Selbständigkeit. Sie gründeten gemeinsam in Hannovers Schmiedestraße 8 das Klavierhaus Döll.

1959

Hans Ulrich Schmid und Geza Anda © Schmid privat

Hans Ulrich Schmid hielt es nicht lange beim Verkauf von Klavieren. Aus Konzerten im Keller des Klavierhauses und daraus sich ergebender Vermittlungstätigkeit für Pianisten wie Karl Engel ergab sich die Gründung der Konzertdirektion Hans Ulrich Schmid.

Zu den Künstlervertretungen der ersten Jahre zählten Namen wie Alfred Brendel, Helen Donath, Pierre Boulez, Sir John Barbirolli und Sir Georg Solti. Später kamen Künstler wie Christoph Eschenbach hinzu. Er wurde von Beginn seiner Karriere als Pianist, später auch als Dirigent, weltweit von der Konzertdirektion betreut.

1968/69

Cover der Hauszeitschrift © KD Schmid Archiv

Die erste Hauszeitschrift der Konzertdirektion wurde veröffentlicht: Die „neuesten Nachrichten“ berichteten über Eschenbachs Debüt in den USA auf Einladung des Cleveland Orchestra und George Szell.

Parallel zur Künstlervermittlung etablierte sich schon nach wenigen Jahren eine stetig wachsende Tourneeabteilung. Unter den ersten Orchestern, die sich dem noch unbekannten Hans Ulrich Schmid für ihre Deutschlandtourneen anvertrauten, gehörten das Hallé Orchestra Manchester unter Sir John Barbirolli, das London Philharmonic Orchestra unter Georg Solti, das BBC Symphony Orchestra unter Colin Davis, das London Symphony Orchestra sowie die Academy of St Martin in the Fields.

1971

Michael Tilson Thomas © Schmid privat

Unter dem Management der Konzertdirektion fand die erste Europatournee des Boston Symphony Orchestra statt. Die Leitung hatte William Steinberg, Assistant Conductor war damals der junge Michael Tilson Thomas.

Die erste Tournee des Chicago Symphony Orchestra unter Georg Solti und Carlo Maria Giulini, die Hans Ulrich Schmid arrangierte, dauerte insgesamt sechs Wochen. Die Tournee begann mit einer Plattenaufnahme  in Wien und beinhaltete darüber hinaus vier Konzerte beim Edinburgh Festival, zwei beim Flandern Festival, Konzerte in Göteborg und Stockholm, ein Fernsehkonzert in Frankfurts Jahrhunderthalle, Konzerte in Hannover, Hamburg und Berlin, zwei Konzerte im Wiener Musikverein, drei Konzerte in der Mailänder Scala sowie ein Konzert in der Münchner Oper und je zwei Konzerte in Paris und London.

1974

Murray Perahia © KD Schmid Archiv

Der Name Murray Perahia erscheint erstmals auf der Künstlerliste. Ein Jahr später war unter der Rubrik „Eine neue Pianistengeneration“ über ihn zu lesen: „Morgen wird auch er Einer der Großen in der jungen Generation genannt werden.“ (W.-E. von Lewinski in der Hauszeitschrift der Konzertdirektion)

1976

Pierre Boulez © Schmid privat

Hans Ulrich Schmid vermittelte Pierre Boulez als Dirigenten des legendären „Ring des Nibelungen“ von Patrice Chéreau an die Bayreuther Festspiele.

Es folgten in den 70er Jahren viele Tourneen weiterer amerikanischer Orchester wie des Cleveland Orchestra unter Lorin Maazel, des New York Philharmonic unter Pierre Boulez, des National Symphony Orchestra Washington unter Antal Doráti und des Pittsburgh Symphony Orchestra unter André Previn.

Im Bereich Gesang wurde die Vertretung von Helen Donath bald ergänzt durch Persönlichkeiten wie Janet Baker, Nicola Gedda und Edith Mathis.

1976

Logo 1976 © KD Schmid Archiv

Die Gesangsabteilung der Konzertdirektion Hans Ulrich Schmid und der Agentur Bueker schloss sich zum Bueker/Schmid Management zusammen. Die Liste erweiterte sich auf diese Weise mit prominenten Namen, u. a. Wolfgang Schöne, Hans Sotin, Doris Soffel und Edda Moser.

1980

Valery und Sir Georg Solti © Schmid privat

In den 80er Jahren konzentrierte sich Hans Ulrich Schmid persönlich neben der Planung der Orchestertourneen auf einige wenige Managements ausgewählter Dirigenten wie Dennis Russell Davies, Sir Colin Davis, Antal Doráti, Eugen Jochum, André Previn, Sir Georg Solti und Günter Wand.

Die Konzertdirektion übernahm die Agentur Interartists in Amsterdam, eine organische Entwicklung einer langjährigen, engen Zusammenarbeit mit vielen holländischen Orchestern wie dem Concertgebouw Orkest, dem Residentie Orkest Den Haag und den Rotterdamer Philharmonikern. Die Firma wurde vor Ort von Geschäftsführerin Hanna Zubrzycka geleitet. Die erste Unternehmung der Konzertdirektion im Ausland nahm somit ihre Entwicklung.

1984

Mitsuko Uchida © Christian Steiner / Philips Classics

Die Konzertdirektion Schmid übernahm die Vertretung von Yo-Yo Ma und Mitsuko Uchida.

1986

Håkan Hardenberger © Svensk Konsertdirektion AB

Cornelia Schmid trat nach ihrem Studium der Anglistik und Germanistik und Praktika bei Harold Holt in London und Interartists in Amsterdam in die väterliche Firma ein, zunächst im Künstlermanagement. Zu den von ihr betreuten Künstlern zählten unter anderem Jorge Bolet, Dmitry Sitkovetsky, Lynn Harrell, Håkan Hardenberger, Marek Janowski, Leonard Slatkin und David Zinman.

1992

Magazincover mit Sabine Meyer © Fonoforum Nov 1996

Die PR-Abteilung der Konzertdirektion Schmid wurde als zusätzlicher Service für die von der Agentur vertretenen Künstler und Orchester gegründet.

1994

Cornelia Schmid @ KD Schmid Archiv

Hans Ulrich Schmid zog sich von der aktiven Geschäftsführung zurück und Cornelia Schmid übernahm die Leitung der Firma.

1998

Bürogemeinschaft am Addison Bridge Place © KD Schmid Archiv

Die Konzertdirektion Schmid gründete in enger Zusammenarbeit mit Van Walsum Management ein Londoner Büro in deren Räumlichkeiten. Zunächst mit Karen McDonald als einziger Mitarbeiterin und Director von KDS UK, betreute das Londoner Büro die von der Konzertdirektion im Generalmanagement vertretenen Künstler insbesondere in UK, Skandinavien und Australien.

Heute ist das Büro auf sieben Mitarbeiter angewachsen und hat 2006 eigene Räumlichkeiten im Herzen des Londoner Theaterdistrikts Covent Garden bezogen. Die Konzertdirektion Schmid London hat sich mittlerweile durch etliche eigene weltweite Generalmanagement-Vertretungen weiter profiliert: Andris Nelsons, Håkan Hardenberger, John Storgårds und Baiba Skride werden vom Londoner Büro weltweit vertreten.

2004

Hans Ulrich Schmid © KD Schmid Archiv

Als Anerkennung und Dank für seine Leistungen als einer der bedeutendsten Musikmanager Europas im 20. Jahrhundert erhielt Hans Ulrich Schmid ein Buch mit persönlichen Briefen, Fotos und Widmungen der zahlreichen amerikanischen Orchester und ihrer jeweiligen Chefdirigenten, die der Konzertdirektion seit Jahrzehnten eng verbunden sind.

2009

Festkonzert in Hannover © KD Schmid Archiv

In diesem Jahr feierte die Konzertdirektion Schmid ihr 50-jähriges Jubiläum. Geschäftspartner und Künstler aus aller Welt waren zu Gast in Hannover. Mit knapp 30 Mitarbeitern, um die 40 Orchestertourneen pro Saison, 60 Künstlervertretungen, einer eigenen PR-Abteilung sowie dem Londoner Büro und Konzertzyklen in verschiedenen Städten, hat sich die Konzertdirektion Schmid von einem traditionsreichen, sehr persönlich geführten Familienunternehmen zu einer mittelständischen Firma mit einem weltweiten Netzwerk von Kontakten entwickelt.

2011

Gebäude des Berliner Büros © KD Schmid Archiv

Die Konzertdirektion Schmid eröffnete in der Charlottenstr. 43 in Berlin eine Niederlassung mit dem Schwerpunkt PR.